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Online ist nur ein Marketing-Kanal von vielen

Das Internet ist kein alleinstehender Verkaufskanal, der völlig unabhängig und autark als Anhängsel im Unternehmens-Organigramm gesehen werden sollte. Er ist ein Marketing-Kanal. Einer von vielen. Einer, der ohne weitere Kanäle viel an Wert verliert.

Wer zu Werbezwecken ausschließlich Kugelschreiber mit seinem Firmennamen und seinem Fachgebiet bedruckt und unters Volk verteilt und sonst gar nichts macht, wird kein erfolgreiches Unternehmen starten können – sofern er dies nicht mit anderen Maßnahmen verbindet oder die Zielgruppe so treffsicher erreicht, dass es fast an Marketing-Zauberei grenzt.

Internet wird von vielen Firmen – vor allem leider von vielen Neugründern – als das Allerheilmittel für Werbung gesehen. Der größte Fehler ist, dass man meint, sich ausschließlich auf Internetwerbung zu verlassen. (Wenn man eine krasse Nische betreibt, kann dies tatsächlich funktionieren – reden wir aber mal nicht von Spezialfällen.)

Ein fehlerhafter Start ist: Man nimmt eine schnell angefertigte Homepage (was für sich alleinstehend noch ein nachvollziehbarer Schritt für ein Start-Up sein kann) und beginnt mit Überlegungen, wie man bei Google nach ganz oben kommt. Nachdem man mit eigenen Versuchen als Nicht-HTML-Experte gescheitert ist, sucht man sich in seinem persönlichen Netzwerk einen Suchmaschinenoptimierer. Und hier ist schnell ein Schritt zu viel getan.

Der Suchmaschinen- oder sogar nur Google-Optimierer verspricht dann das Blaue vom Himmel und verlangt – wenn man Glück hat – unter 1000 EUR für seine Dienste.

Man wundert sich nach einigen Wochen, warum der Kundenansturm noch ausbleibt, obwohl man mit den Suchbegriffen „Branche X Mittelwestdeutschland“ bei Google unter den ersten drei Ergebnissen auftaucht und trägt die eigene Firma noch in Branchenkataloge ein und bezahlt dafür vielleicht ebenfalls noch regelmäßige Gebühren.

Vergessen Sie’s! Diese Dinge müssen Sie aufschieben, zumindest solange, bis Sie erste Aufträge durch Offline-Maßnahmen (in der Realwelt, draußen außerhalb des Internets) an Land gezogen haben.

Eine erste sehr einfache Homepage ist sinnvoll für Gründer. Dann das echte Netzwerk erweitern. Suchen Sie das Gespräch Ihrer Kunden, planen Sie Flyer, Visitenkarten und gehen Sie rum – nicht online: draußen an der frischen Luft oder in stickigen Messehallen. Definieren Sie Ihren Markt und kommunizieren Sie. Das funktioniert erstmal ohne Internet besser. Das Internet können Sie höchstens brauchen, um die Kontakte in der Offline-Welt zu finden.

Was also jetzt, wenn die ersten Unternehmensaktivitäten beginnen? Beziehungsweise: Was machen Firmen, deren Geschäft schon läuft?

Klarmachen muss man sich, dass Internet kein alleinstehender Kanal ist, der völlig unabhängig zu den restlichen Marketingaktivitäten steht. Internet wirkt ergänzend: Bauen Sie mit steigender Auftragslage Ihre Webseite mit zielgruppenrelevanten Informationen aus. Wählen Sie Informationen, die Ihren Kunden etwas nutzen.

In der Realwelt können Sie Ihre Außen-Werbemaßnahmen nutzen, um Ihren Internetauftritt bekannt zu machen. Geben Sie bei PR-Artikeln ebenso einen Hinweis auf Ihre Webseite wie auf den Kugelschreibern, die Sie massenhaft verteilen.

Gleichzeitig ist aber auch zu akzeptieren, dass man den Werbekanal Internet ernst nehmen muss. Damit ist gemeint, dass es unmöglich ist, mit einer Gratiswebpage und nur mit gutem Selbstvertrauen ausgestattet sein Unternehmen vom Internet aus raketenartig zu promoten. – Oder können Sie eine Gratisplakataktion realisieren, die Ihre Produkte in den Marktolymp schießt?

Mit einer billig gestalteten Webseite vertun Sie Ihr Image ebenso wie mit einem unprofessionellen Flyer.

Also zusammengefasst:

  1. Internet anfangs nicht überbewerten: Lieber mehr Offline als zu viel Online.
  2. Internet später langsam ausbauen: Nutzwert für Ihre Kunden.
  3. Internet mit Offline-Maßnahmen verknüpfen.
  4. Internet ernst nehmen und nicht Billiglösungen vertrauen.

Als fünften Punkt könnte ich anfügen: „Dann wird das schon.“

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Narratives Marketing – Eine Ankündigung

Narratives Marketing oder Marketing mit Geschichten. Bei netzSCHREIER ist dieses Thema ein Thema der Zukunft für das Internet.

  • Wie können Erzählinhalte für die Bewerbung von Produkten verwendet werden?
  • Welche rechtlichen Schranken existieren – Stichwort „Schleichwerbung“?
  • Gibt es aufsehenerregende und vor allem rentable Beispiele für Narratives Marketing?

Einige Fragen mehr noch wollen wir in einer eigenen Rubrik zu diesem Thema beantworten. netzSCHREIER verfolgt Konzepte und Technologien, mit deren Hilfe Erzählinhalte zur Erreichung der Zielgruppen genutzt werden können.

Ich freue mich auf die Diskussion.

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Konkurrenz interglobal

Tante Emma hatte früher den nach ihr benannten Laden. Es kamen die Dorfbewohner und kauften Lebensmittel, Nähzeug und Seife. Die Seife wurde mal um 7 Pfennig teurer – das hat vor allem Frau Schmitt geärgert. Seit 20 Jahren kauft sie bei Tante Emma und die Seife wurde nie teurer. Die Woche darauf hat Frau Schmitt sich aber wieder beruhigt.

ZeitSPRUNG

Heute sitzt Tante Emma vor ihrem Webshop und bearbeitet die Emails. Ein Kunde verlangt sein Geld zurück. Er habe bereits vergangene Woche die Ware zurückgeschickt. Er möchte sie nicht mehr haben, weil er das selbe Produkt in einem anderen Shop um 80 Cent günstiger gefunden hat. Tante Emma antwortet, dass sie den Preis um 90 Cent reduzieren wird und bietet dem Kunden an, die Ware wieder – ohne zusätzliche Kosten für ihn – auf die Reise zu schicken und 90 Cent zurückzuüberweisen.

Tante Emma bietet bereits Hintergrundinfos über ihre Produkte auf ihrer Homepage und muss trotzdem die Preise der Konkurrenz mitgehen. Seit sie damals ihren schönen Dorfladen aufgeben musste, weil er von Discountern geschluckt wurde, muss sie im ganzen Land Internet-Werbung schalten. Diese hohen Kosten fressen die Gewinne auf.

ZeitSPRUNG

Beim Surfen durch das weltweite Netz kann man in Produktrubriken und nach Regionen geordnet Hersteller finden, die ihre Produkte auf der eigenen Internetseite vertreiben. Langfristige Markenbildung ist ins Zentrum der Werbeziele gerückt und nicht mehr nur kurzfristige Umsatzsteigerung einer Produktlinie. Online-Shops gibt es noch – doch diese verkaufen ihr Know-How, Beratung und zusätzliche Dienstleistungen rund um die Produkte. Die meisten Online-Shops existieren für spezielle Nischen.

Wo könnte Tante Emma gerade sein?

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Nach was schreit das Netz?

Hier ist NetzSCHREIER.

NetzSCHREIER repräsentiert das Neue Internet-Marketing. NetzSCHREIER zeigt Gründe für das Scheitern alter Online-Strategien und sucht neue Wege. NetzSCHREIER hinterfragt kritisch die Methoden.

NetzSCHREIER ist da.

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